"Signalstörungen"



( Ich übernehme diesen Begriff in Anknüpfung an den zuvor verlinkten Artikel von Hans-Jürgen Walter: Verstehen ist die Ausnahme ... )

Das phonetisch bedingte Missverstehen geht oftmals einher mit "Signalstörungen" auf physikalisch‑akustischer Ebene.


Weiterhin gehört dazu vor allem auch die natürliche Dynamik des Sprechens.

Dem Ausdruck und den Emotionen folgend werden die einzelnen Laute dabei betont, abgeschwächt gebunden, gedehnt, verkürzt, verschluckt ... etc. .

Bei professionellen und anspruchsvollen Sprachaufzeichnungen wird ja genau dies durch einen Kompressor‑Effektgerät ausgeglichen!


Einerseits ist nun durch die Dynamik des Sprechens eine zusätzliche, den Sinngehalt hervorhebende Kommunikationsebene gegeben.

Andererseits können sich daraus jedoch unter Einfluss und Wechselwirkung der angeführten Störfaktoren, auch verblüffende Missverständnisse ergeben, so zum Beispiel wie folgt:




Bei einem geflüsterten "G" wie "Gott" entfaltet der zugehörige Glottisschlag nur eine sehr geringe Signalstärke.

... so wird er unweigerlich übertönt, nicht mehr eindeutig identifizierbar und somit auch leicht zu verwechseln sein.




Ähnliches ereignet sich bei einem geflüsterten "tt" wie in "g o tt":

wie zuvor das "G" fällt nun auch der Plosiv "tt" sehr schwach aus und es bleibt nur noch die ausgestöhnte Luft als unbeabsichtigter Frikativ (tt) ch.




Resultat:

"Im Anfang war die Wildcard ..."

Gott erhält (und möge es verzeihen) für seinen Anfang eine Wildcart (*), verliert sein "tt" und bekommt dafür ein "ch".


"Und ich sage euch: ...

Er wird damit zu Freiwild für Satan und aggressive Vermieterinnen ... "

    G o  tt (ch)
  [ * o (tt) ch ]
    l o      ch

"... und er sah, das es schlecht war !"




(Ende der wissenschaftlichen Beiträge)


Weiterlesen:

Es folgen hier drei von mir selbst erlebte Wortwechsel, bei denen mindestens zwei Personen etwas falsches verstanden haben.


Sie sind, wie schon gesagt, völlig selbsterklärend und bedürfen als Spiegel unserer tagtäglichen Lebenswirklichkeit keinerlei wissenschaftlicher Erläuterungen. Jeder einigermaßen aufmerksame Mitbürger wird dies in ähnlicher Form schon vielfach selbst erlebt haben.


Es soll damit nach Augenschein belegt werden, wie stark dieses Phänomen in unserer Lebenswirklichkeit verankert ist, und es zeigt auch, wie haltlos eine derart "an den Haaren herbeigezogene" Anschuldigung selbst dann noch sein kann, wenn Zeugen meinen, sie bestätigen zu können.



Alltagsbeispiele:


Beispiel #1 - Billard: braun / grün

Beispiel #2 - Abgebrannt ?!

Beispiel #3 - "Sechs und ..."  (was denn) ?!

Beispiel #4 - Billard: nüng



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